Ratgeber · Lebenssituation

Wohnen im Alter.
Selbst entscheiden. – Wohnen im Alter

Bleiben, umbauen, verkaufen, verrenten

Wenn das Haus zu groß wird oder die Stiegen beschwerlich: Welche Wege es gibt, was sie kosten, wie eine Leibrente funktioniert – und wie Sie rechtzeitig entscheiden, solange Sie es selbst können.

Lesezeit 14 MinutenStand Oktober 2026Österreichisches Recht

Das eigene Haus ist oft mehr als eine Immobilie: Hier sind die Kinder groß geworden, hier steckt viel Arbeit drin. Irgendwann werden aber Garten, Stiegen und Heizkosten zur Last – oder die Kinder fragen vorsichtig, ob das Haus nicht zu groß geworden ist.

Dieser Ratgeber zeigt die Möglichkeiten nüchtern nebeneinander: bleiben und umbauen, verkleinern, verkaufen oder die Immobilie verrenten. Der wichtigste Rat vorweg: Entscheiden Sie, solange Sie es selbst in der Hand haben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt fünf Wege: bleiben und umbauen, teilweise vermieten, verkleinern, verkaufen und mieten, oder verrenten.
  • Barrierefreie Umbauten sind möglich, aber nicht in jedem Haus sinnvoll. Stiegen und Bad sind die entscheidenden Punkte.
  • Bei einer Leibrente oder einem Verkauf mit Wohnrecht bekommen Sie meist deutlich weniger als den Marktwert – das Wohnrecht hat seinen Preis.
  • Den Marktwert sollten Sie kennen, bevor Sie ein Angebot eines Verrentungsanbieters prüfen.
  • Beziehen Sie Ihre Kinder früh ein. Das verhindert spätere Missverständnisse.
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Die richtige Zeit zum Nachdenken

Die meisten Menschen beschäftigen sich mit dem Thema erst, wenn etwas passiert: ein Sturz, ein Krankenhausaufenthalt, der Tod des Partners. Dann muss schnell entschieden werden – oft von den Kindern statt von Ihnen selbst.

  • Wie viel des Hauses nutzen Sie noch? Viele bewohnen nur noch Erdgeschoß und Küche.
  • Wie viel Arbeit macht das Haus? Garten, Schneeräumen, Reparaturen, Heizung.
  • Wie weit sind Arzt, Apotheke, Geschäfte, Familie? Ohne Auto wird das Land schnell zur Hürde.
  • Was steht in den nächsten Jahren an? Dach, Heizung, Fenster – lohnt sich das noch für Sie?

Wer mit 70 selbst entscheidet, hat die Wahl. Wer erst mit 85 entscheiden muss, hat oft nur noch eine Möglichkeit.

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Bleiben und umbauen

Wenn Sie im Haus bleiben möchten, lässt sich vieles anpassen. Entscheidend ist, ob das Leben auf einer Ebene möglich ist.

BereichTypische MaßnahmeHinweis
BadBodengleiche Dusche, Haltegriffe, rutschfester BodenHäufig der wichtigste Umbau
StiegenTreppenlift oder Schlafzimmer ins ErdgeschoßTreppenlift braucht Platz und regelmäßige Wartung
EingangRampe, breitere Türen, keine SchwellenIm Altbau oft aufwendig
AlltagBessere Beleuchtung, Notruf, Smart-Home-HelferVergleichsweise günstig

Ist das Haus groß genug, kann auch eine Teilvermietung sinnvoll sein: Eine Einliegerwohnung oder das Obergeschoß bringt Einnahmen und jemanden im Haus. Sie werden damit aber Vermieter – mit allen Pflichten.

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Verkleinern oder verkaufen

Viele ziehen in eine kleinere, barrierefreie Wohnung in der Nähe – mit Lift, ohne Garten, aber mit Balkon und kurzen Wegen. Der Verkauf des Hauses finanziert den Kauf oder die Miete und schafft oft eine Reserve.

1

Verkaufen und kaufen

Haus verkaufen, eine kleinere Eigentumswohnung kaufen.

Passt, wenn
Sie gerne wieder Eigentum hätten und die Wohnung in Ihrer Gegend finden.
Beachten Sie
Reihenfolge planen: Mit uns lassen sich Verkauf und Kauf so abstimmen, dass Sie nicht doppelt zahlen oder zwischendurch ausziehen müssen.
2

Verkaufen und mieten

Haus verkaufen, eine Mietwohnung oder betreubares Wohnen beziehen.

Passt, wenn
Sie sich um nichts mehr kümmern wollen und das Kapital frei haben möchten.
Beachten Sie
Die Miete läuft dauerhaft. Rechnen Sie, wie lange der Verkaufserlös reicht.
3

An die Kinder übergeben

Das Haus gegen Wohnrecht oder Pflegeleistungen an die Kinder übertragen.

Passt, wenn
Ein Kind das Haus übernehmen will und alle Geschwister einverstanden sind.
Beachten Sie
Pflichtteil der anderen Kinder und Steuern beachten – unbedingt mit Notar planen.
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Verrenten: Geld aus dem Haus, ohne auszuziehen

Bei einer Verrentung verkaufen Sie Ihr Haus ganz oder teilweise, wohnen aber weiter darin. Abgesichert wird das durch ein Wohnrecht oder Fruchtgenussrecht im Grundbuch. Dafür bekommen Sie eine monatliche Rente, eine Einmalzahlung oder beides.

ModellSo funktioniert esWorauf achten
LeibrenteVerkauf, Sie bleiben mit Wohnrecht und bekommen lebenslang eine monatliche RenteWas passiert, wenn der Käufer nicht mehr zahlt? Absicherung im Grundbuch prüfen
Verkauf mit WohnrechtVerkauf gegen Einmalzahlung, Sie wohnen lebenslang oder befristet weiterDer Kaufpreis ist um den Wert des Wohnrechts niedriger
TeilverkaufSie verkaufen einen Anteil (oft bis 50 %) und zahlen für die Nutzung dieses Anteils ein EntgeltLaufendes Nutzungsentgelt, Kosten beim späteren Gesamtverkauf
Verkauf mit RückmieteVerkauf, Sie bleiben als MieterMietvertrag, Befristung und künftige Mieterhöhungen genau prüfen

Die Höhe einer Leibrente hängt vom Marktwert, Ihrem Alter, der Lebenserwartung laut Sterbetafel und einem Zinssatz ab. Eine Verrentung kann gut passen, wenn Sie keine Erben bedenken möchten oder die Kinder einverstanden sind und Sie unbedingt im Haus bleiben wollen.

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Mit den Kindern reden

Ob Verkauf, Übergabe oder Verrentung – die Entscheidung betrifft fast immer auch die Kinder. Wer sie früh einbezieht, vermeidet Streit und Enttäuschungen.

  • Erwartungen klären: Möchte jemand das Haus übernehmen? Rechnet jemand mit einem Erbe?
  • Gleiche Informationen für alle: Marktwert, Kosten und Pläne offen besprechen.
  • Vorsorge treffen: Vorsorgevollmacht und Testament beim Notar regeln, solange Sie es selbst können.
  • Ihr Wille zählt: Es ist Ihr Haus und Ihr Leben. Die Kinder beraten, Sie entscheiden.
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Wie wir Sie begleiten

  • Marktwert Ihres Hauses, belegt mit tatsächlich erzielten Preisen in Ihrer Gemeinde – auch als Grundlage, um Angebote von Verrentungsanbietern zu prüfen.
  • Neues Zuhause finden: Wir kennen Wohnungen in der Region, oft bevor sie inseriert sind.
  • Verkauf und Umzug abstimmen, damit Sie in Ruhe übersiedeln können.
  • Gespräche mit der Familie: Auf Wunsch sind Ihre Kinder bei unseren Terminen dabei.

Wir bieten selbst keine Verrentung an und geben keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Wohnrecht, Übergabe und Steuern ist Ihr Notar zuständig.

Checkliste

Zehn Fragen für Ihr Wohnen im Alter

  • Welche Räume nutzen Sie heute noch täglich?
  • Ist ein Leben auf einer Ebene in Ihrem Haus möglich?
  • Welche größeren Reparaturen stehen in den nächsten Jahren an?
  • Wie erreichen Sie Arzt, Geschäfte und Familie ohne Auto?
  • Möchten Sie unbedingt im Haus bleiben – oder vor allem in der Gegend?
  • Kennen Sie den Marktwert Ihres Hauses?
  • Möchte eines Ihrer Kinder das Haus übernehmen?
  • Haben Sie mit allen Kindern offen gesprochen?
  • Gibt es eine Vorsorgevollmacht und ein Testament?
  • Haben Sie Angebote für eine Verrentung unabhängig prüfen lassen?
Häufige Fragen

Was uns oft gefragt wird

Wie viel bekomme ich bei einer Leibrente?

Das hängt vom Marktwert, Ihrem Alter und dem Wert Ihres Wohnrechts ab. In der Regel deutlich weniger als bei einem Verkauf ohne Wohnrecht. Wir ermitteln den Marktwert, damit Sie ein Angebot einschätzen können.

Kann ich das Haus verkaufen und noch eine Zeit darin wohnen bleiben?

Ja, ein späterer Übergabetermin oder ein befristetes Wohnrecht lässt sich im Kaufvertrag vereinbaren. Das kostet meist etwas im Preis, gibt Ihnen aber Zeit für den Umzug.

Greift das Pflegeheim auf mein Haus zu?

Nein, der Pflegeregress auf das Vermögen ist seit 2018 abgeschafft. Einkommen und Pflegegeld werden weiterhin für die Heimkosten herangezogen.

Was kostet das Erstgespräch mit Ihnen?

Nichts. Das Erstgespräch ist kostenlos und ohne weitere Verpflichtung – gerne auch mit Ihren Kindern.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Stand Oktober 2026.

Lieber persönlich sprechen?

Das Erstgespräch ist kostenlos und ohne weitere Verpflichtung – gerne auch gemeinsam mit Ihren Kindern.