Das eigene Haus ist oft mehr als eine Immobilie: Hier sind die Kinder groß geworden, hier steckt viel Arbeit drin. Irgendwann werden aber Garten, Stiegen und Heizkosten zur Last – oder die Kinder fragen vorsichtig, ob das Haus nicht zu groß geworden ist.
Dieser Ratgeber zeigt die Möglichkeiten nüchtern nebeneinander: bleiben und umbauen, verkleinern, verkaufen oder die Immobilie verrenten. Der wichtigste Rat vorweg: Entscheiden Sie, solange Sie es selbst in der Hand haben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Es gibt fünf Wege: bleiben und umbauen, teilweise vermieten, verkleinern, verkaufen und mieten, oder verrenten.
- Barrierefreie Umbauten sind möglich, aber nicht in jedem Haus sinnvoll. Stiegen und Bad sind die entscheidenden Punkte.
- Bei einer Leibrente oder einem Verkauf mit Wohnrecht bekommen Sie meist deutlich weniger als den Marktwert – das Wohnrecht hat seinen Preis.
- Den Marktwert sollten Sie kennen, bevor Sie ein Angebot eines Verrentungsanbieters prüfen.
- Beziehen Sie Ihre Kinder früh ein. Das verhindert spätere Missverständnisse.
Die richtige Zeit zum Nachdenken
Die meisten Menschen beschäftigen sich mit dem Thema erst, wenn etwas passiert: ein Sturz, ein Krankenhausaufenthalt, der Tod des Partners. Dann muss schnell entschieden werden – oft von den Kindern statt von Ihnen selbst.
- Wie viel des Hauses nutzen Sie noch? Viele bewohnen nur noch Erdgeschoß und Küche.
- Wie viel Arbeit macht das Haus? Garten, Schneeräumen, Reparaturen, Heizung.
- Wie weit sind Arzt, Apotheke, Geschäfte, Familie? Ohne Auto wird das Land schnell zur Hürde.
- Was steht in den nächsten Jahren an? Dach, Heizung, Fenster – lohnt sich das noch für Sie?
Wer mit 70 selbst entscheidet, hat die Wahl. Wer erst mit 85 entscheiden muss, hat oft nur noch eine Möglichkeit.
Bleiben und umbauen
Wenn Sie im Haus bleiben möchten, lässt sich vieles anpassen. Entscheidend ist, ob das Leben auf einer Ebene möglich ist.
| Bereich | Typische Maßnahme | Hinweis |
|---|---|---|
| Bad | Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, rutschfester Boden | Häufig der wichtigste Umbau |
| Stiegen | Treppenlift oder Schlafzimmer ins Erdgeschoß | Treppenlift braucht Platz und regelmäßige Wartung |
| Eingang | Rampe, breitere Türen, keine Schwellen | Im Altbau oft aufwendig |
| Alltag | Bessere Beleuchtung, Notruf, Smart-Home-Helfer | Vergleichsweise günstig |
Ist das Haus groß genug, kann auch eine Teilvermietung sinnvoll sein: Eine Einliegerwohnung oder das Obergeschoß bringt Einnahmen und jemanden im Haus. Sie werden damit aber Vermieter – mit allen Pflichten.
Verkleinern oder verkaufen
Viele ziehen in eine kleinere, barrierefreie Wohnung in der Nähe – mit Lift, ohne Garten, aber mit Balkon und kurzen Wegen. Der Verkauf des Hauses finanziert den Kauf oder die Miete und schafft oft eine Reserve.
Verkaufen und kaufen
Haus verkaufen, eine kleinere Eigentumswohnung kaufen.
- Passt, wenn
- Sie gerne wieder Eigentum hätten und die Wohnung in Ihrer Gegend finden.
- Beachten Sie
- Reihenfolge planen: Mit uns lassen sich Verkauf und Kauf so abstimmen, dass Sie nicht doppelt zahlen oder zwischendurch ausziehen müssen.
Verkaufen und mieten
Haus verkaufen, eine Mietwohnung oder betreubares Wohnen beziehen.
- Passt, wenn
- Sie sich um nichts mehr kümmern wollen und das Kapital frei haben möchten.
- Beachten Sie
- Die Miete läuft dauerhaft. Rechnen Sie, wie lange der Verkaufserlös reicht.
An die Kinder übergeben
Das Haus gegen Wohnrecht oder Pflegeleistungen an die Kinder übertragen.
- Passt, wenn
- Ein Kind das Haus übernehmen will und alle Geschwister einverstanden sind.
- Beachten Sie
- Pflichtteil der anderen Kinder und Steuern beachten – unbedingt mit Notar planen.
Verrenten: Geld aus dem Haus, ohne auszuziehen
Bei einer Verrentung verkaufen Sie Ihr Haus ganz oder teilweise, wohnen aber weiter darin. Abgesichert wird das durch ein Wohnrecht oder Fruchtgenussrecht im Grundbuch. Dafür bekommen Sie eine monatliche Rente, eine Einmalzahlung oder beides.
| Modell | So funktioniert es | Worauf achten |
|---|---|---|
| Leibrente | Verkauf, Sie bleiben mit Wohnrecht und bekommen lebenslang eine monatliche Rente | Was passiert, wenn der Käufer nicht mehr zahlt? Absicherung im Grundbuch prüfen |
| Verkauf mit Wohnrecht | Verkauf gegen Einmalzahlung, Sie wohnen lebenslang oder befristet weiter | Der Kaufpreis ist um den Wert des Wohnrechts niedriger |
| Teilverkauf | Sie verkaufen einen Anteil (oft bis 50 %) und zahlen für die Nutzung dieses Anteils ein Entgelt | Laufendes Nutzungsentgelt, Kosten beim späteren Gesamtverkauf |
| Verkauf mit Rückmiete | Verkauf, Sie bleiben als Mieter | Mietvertrag, Befristung und künftige Mieterhöhungen genau prüfen |
Die Höhe einer Leibrente hängt vom Marktwert, Ihrem Alter, der Lebenserwartung laut Sterbetafel und einem Zinssatz ab. Eine Verrentung kann gut passen, wenn Sie keine Erben bedenken möchten oder die Kinder einverstanden sind und Sie unbedingt im Haus bleiben wollen.
Mit den Kindern reden
Ob Verkauf, Übergabe oder Verrentung – die Entscheidung betrifft fast immer auch die Kinder. Wer sie früh einbezieht, vermeidet Streit und Enttäuschungen.
- Erwartungen klären: Möchte jemand das Haus übernehmen? Rechnet jemand mit einem Erbe?
- Gleiche Informationen für alle: Marktwert, Kosten und Pläne offen besprechen.
- Vorsorge treffen: Vorsorgevollmacht und Testament beim Notar regeln, solange Sie es selbst können.
- Ihr Wille zählt: Es ist Ihr Haus und Ihr Leben. Die Kinder beraten, Sie entscheiden.
Wie wir Sie begleiten
- Marktwert Ihres Hauses, belegt mit tatsächlich erzielten Preisen in Ihrer Gemeinde – auch als Grundlage, um Angebote von Verrentungsanbietern zu prüfen.
- Neues Zuhause finden: Wir kennen Wohnungen in der Region, oft bevor sie inseriert sind.
- Verkauf und Umzug abstimmen, damit Sie in Ruhe übersiedeln können.
- Gespräche mit der Familie: Auf Wunsch sind Ihre Kinder bei unseren Terminen dabei.
Wir bieten selbst keine Verrentung an und geben keine Rechts- oder Steuerberatung. Für Wohnrecht, Übergabe und Steuern ist Ihr Notar zuständig.
